
Norwegen mit dem Motorrad
2013 - die erste Tour zu den Nordlichter
Über uns
- gibts nicht viel zu sagen, Camper eben, von Anfang an.
Im Sommer 2012 wurden wir angefixt, Norwegen zu besuchen. Das geht in verschiedenen Varianten aber wir wollten unbedingt mit dem Motorrad rauf.
Wir sind das gewöhnt, nur waren wir noch nie nördlich der Ostsee.
Mit entsprechender Vorbereitung konnten wir dann im Sommer 2013 diese große Reise starten.
Achtung, die Datumsanzeige eines Fotoapparates war falsch, Schwamm drüber. Das hier war im Sommer 2013.

Los ging es etwa Mitte Juni mit dem Transit. Unsere Firmenkutsche bot den nötigen Stauraum und die V-Strom passte mit allem Equipment sorgenfrei rein.
In Lübeck parkten wir bei einer guten Bekannten aus Dresdner Zeiten und konnten noch mal gut ausschlafen. Früh dann Start mit dem Mopped zum Hafen von Lübeck, hier an Bord der "Transtimber", einem Rollon-Rolloff- Schiff mit 20000 Tonnen.
Der Pott hat nur zwei Doppelkabinen für Gäste und 22 Crew-Kameraden. Vorbuchungen sind mindestens ein Jahr voraus nötig.
Mit dem Schiff fuhren wir 3 1/2 Tage durch die Ostsee, immer gen Norden. Da wo wir aussteigen, fährt kein Touri hin, da geht nur das Containerschiff.
An Bord gelten besondere Regeln. Schwarzgelbe Klamotten, freier Zutritt überall aber - der zugewiesene Platz im Speiseraum darf nicht verändert werden. Die Crew hat ihre Stühle und die sind unantastbar - kein Problem.


Schon stark eh, die Schiffswelle ist 125m lang, hängt an einem riesen Getriebe und wird abwechselnd von zwei Motoren angetrieben, die den Namen auch verdienen. Der stehende Motor wird dann immer gereinigt und es kommt etwa 0,5 Kubikmeter Muscheln raus, da die Kühlung mit Seewasser erfolgt.
Die Küchenmama gab uns allzeit Zutritt zu ihrem Reich, so hatten wir neben den üblichen Essenszeiten auch die Chance, mal was zu naschen und in den Kühlschrank zu kucken.
Im Pausenraum gab es Sat- Internet, das ging je nach Wellengang. ;-)
An Bord herrschte die gamze Zeit entspannte Ruhe.
Wir waren meistens auf der Brücke, teils alleine, weil das Schiff eh nach Satelit fährt. Hier gab es guten Kaffee, was zu lesen und ab und zu paar Blicke über die Ostsee. Hier merkte man erst, dass es ein richtiges Meer ist und man stundenlang gefühlt alleine rumtuckert. Mit einem Blick auf das Radar sah man aber die Anderen ringsum.
Am dritten Tag der Reise parkten wir nachts erst im Hafen von Oulu, wo wir zusehen konnten, wie große Stapler riesen Papierrollen einluden und diverse Kisten per Kran von Bord gingen.

Hier wurden wir an Land gesetzt, das Motorrad erschien wieder neben uns und wir luden alles auf, was wir an Bord geschleppt hatten.
Dann ab durch die Mitte...aber welche? Ein radelnder Schlosser zeigte uns den Weg und irgendwann waren wir raus und der Schlagbaum ging hinter uns wieder runter.
Bis zum Nordkap waren es noch rund 1200 km. So fuhren wir noch knappe 300 km gen Norden und buchten an einem CP eine feine Hütte. Mit TV und Dusche war die komplett und sogar finnischen Bud Spencer gab es mit engl. Untertiteln.
Früh dann Start zu unserer ewig längsten Tour. 870 km bis zum Nordkap, die nachfolgenden 20 km zum CP waren dann zur Beruhigung der Popsregionen.
Unterwegs tolles Wetter, abnehmende Baumhöhen, zunehmende Mückengrößen, Seen, Sümpfe, der ehem. Grenzübergang FI zu Norge jetzt ein Shop, da ein dtsches Mädel mit n Fahrrad getroffen, Plastecamper sowieso und schon wieder los auf den nächsten Teil der Strecke. 20.15 Uhr waren wir dann am Ziel unserer Reise, hatten wie vom Schiffsdienst angekündigt bestes Wetter und konnten kaum glauben, in so kurzer Zeit am Nordkap zu sein.
2013 war Whattsapp noch nicht verbreitet, es gab aber sms. So funkten wir nach München unsere Ankunft und promt kam die Antwort: "Geht mal n Stück nach rechts, Ihr steht in der Sonne."
Tatsächlich waren wir per Webcam online und unsere Tochter gab Bescheid.
Lustig war ein deutsches Pärchen, die fragten, warum wir zum Gebäude hochwinken. Wir zeigten die Webcam und Sie haben das gleich mitgemacht. Kuckt, sie stehen links neben uns.
Nach geraumer Zeit hatten wir alles abgelaufen, geknipst und besehen und tuckerten paar km retour zum Campingplatz. hier n Bier und gute Nacht.

Ab jetzt fuhren wir "nach hause"
Bei strahlendem Sonnenschein stellten wir unsere Suzuki an den Hafen und gönnten uns eine Pizza und eine Cola. Also, wir teilten uns den Luxus, welcher um die 38,00 € kostete. Zum Vergleich, damals in Plauen kostete das um die 12,00€.
Grade so beim futtern hält doch neben uns ein Reisebus, Firma Müller aus Zwickau gab sich die Ehre und der Kutscher blitzte uns ab. Diese Bilder seht Ihr jetzt - prost.
Diese Inselkette ist Natur pur, Brücken und Tunnel verbinden die einzelnen Landteile, es gibt diverse TouriAngebote, egal ob wandern, Walsafari oder Surfkurs. Die Norges sind da edelhart und gehen bei 4 Grad in die kalte Brühe - Respekt.
Wir dagegen tuckerten von Insel zu Insel und irgendwo am Waldrand stand schon eine BMW. Wir gleich daneben und siehe da, es waren Franzosen, ein Pärchen aus Paris. Mit Händen und Füßen tauschten wir uns bissl aus aber die beiden wollten früh 4.00 Uhr wieder los und sind zeitig zu Bett.

Wir haben unser Feuer gezündet, bissl was erwärmt, Tee mit Rum dazu und sind auch zufrieden ins Zelt gehuscht. Als wir gegen 8.00 aus dem Zelt lunsten, haben die Nachbarn noch gepennt - ihre Fährebuchung war ohne sie abgefahren.
Tipp: Du musst als Motorradler nix vorbuchen, sowas passt immer an Bord. Wohnwagen usw sollten sich da anders organisieren oder eben genug Zeit haben, um auch mal die nächste Fähre abwarten zu können.
Am nächsten Tag hatten wir schei__Wetter, aufliegende Wolken, Dauerniesel, max 3 Grad+ . Das war freilich Mist aber wir waren entsprechend bekleidet, nur zelten musste nicht sein.
So fuhren wir bis fast ans Ende der Lofoten, bis A` waren es noch etwa 5 km und fragten in so einer Fischerpension nach einem Zimmer. ( A´ spricht man Ö )
Der Bulle, der zuerst raussah, sagte nur "Moment" und knallte die himmliche Pforte zur Wärme wieder zu.
Nach zwei Minuten kam dann die blonde "Adelheid" ( keienAhnung wie sie hieß ) und begrüßte uns perfekt deutsch. Die Susi hatte ihren Recken in Germania als NATOler kennengelernt und er hat sie importiert.
Freilich bekamen wir ein nettes Zimmer, so mit Pertinaxdrehschalter am Licht, fischduftenden Matratzen und völlig abgeranzten Möbeln...aber egal, wir hatten es warm und trocken.
Früh sind wir dann um viere zur Fähre, Sonne, Kaffee von einem Fotographen, der auch an Bord wollte und beste Laune.


Rechts unsere Fähre zum Festland, paar Stunden, an Bord schön geschlummert und irgendwann kam ein junger Italiener, der uns super nett anquatschte. Er mit einer KTM, wir mit der Suse- keine schlechte Mischung. Leider haben wir ihn nicht verstanden. Sein Englisch war irgendwie anders. So sind wir gemeinsam aus dem Bauch der Fähre gestartet, haben uns dann aber verloren, schade drum.
...dachten wir....

Im Gegenverkehr parkte eine reife Lady auf einer damals sauneuen 1600er BMW und meinte auch, zu kalt. Ihre Sitzheizung lief Vollgas.
naja, irgendwann musste ich doch mal runtergrabbeln und mir die Beine vertreten.

Polarkreisbaude

CP mit einem Zimmer für uns, paar km sdl vom Polarkreis

Ihr könnt es Euch denken, wir waren halb erforen, als wir vom Polarkreis starteten. Wir freuten uns riesig, als links der CP erschien und das Mädel in der Rezeption auch noch ein Zimmer im OG für uns hatte. Boah eh, Heizung volle Pulle, Wäsche gewaschen, Schnur gespannt und alles schick. Futter in der Hausbar und ein köstliches Bier - yeah :-) .
Früh morgens wieder beste Sonne, wieder paar hundert km gen Süden. In Dombas fanden wir eine kleine "Garage" , wo Einheimische Felle und Bastelkram an die paar Touristen verkaufen wollten. Ein fetter Troll bewachte alles und ringsum war es grün.
Heute ist es ringsum schwarz, ein riesen Asphaltplatz für hunderte Wohnmobile, wir waren 2023 da - das ist kein Ziel mehr.
Naja, jedenfalls jetzt in 2013 sind wir dann weiter nach Lom, zu Norges ältester Stabkirche und von da 20 km noch bis Nordberg im Jotunheimen Nationalpark.
Hier wurden wir total familiär aufgenommen, irre. Die Storry: Im Jan 2013 fragte ich den ansässigen MC, ob wir mal guten Tag sagen dürfen, ich als gewohnter Vieltexter stellte uns freilich bissl vor, unsere Routenplanung usw. Die Antwort:
You need tree days."
So war es dann auch. Bodil und OddArne nahmen uns zu hause auf, wir schliefen in ihrem Trailer und tags wurden wir rundum versorgt. Clubhausparty, Tagestour ins Gebirge zur Sommerhütte, Geirangerfjord-Ausfahrt....alles top.
Seitdem sind wir befreundet, haben Kontakt und treffen uns aller zwei Jahre.
Mittlerweile gehören dazu noch unsere Krefelder, die kannten OddArne schon länger und 2015 haben wir uns da zum Bikertreffen gefunden - Freunde!
Achja, im Clubhaus hängt seit 2013 eine Kuhhaut mit unserem alten Clubpatch und verschiedenfarbig aufgesteppter Europakarte. Unsere Tour ist eine durchgelochte Reihe, die an einer hellen Wand ziemlich gut rüberkommt, dazu eine Dose Sternquell, was sonst?

Der Geirangerfjord
Während wir damals an einem kleinen Parkplatz standen, mit Blick in das Fjordtal quatschte es hinter uns italia-englisch, der Kleine von der Fähre war wieder da. Wir haben nochmal versucht uns auszutauschen aber erkannt, dass es nix wird. Er fuhr dann winkend gen Osten/Innland und wir die Straße runter zum Fjord - schade, echt schade.
Bisher habe ich jeden niedergequatscht, der Bua war besser, gute Reise mein Freund.
Endspurt kann man fast schon sagen. Montagss ging es dann weiter gen Süden. zuerst zu den Schanzen in Lillehammer, gleich drauf nach Oslo zum Eis schlecken, dann weiter die schwedische Küste bis Göteborg runter, hier auf das Speedboot und abends waren wir schon in Dänemark am CP und zelteten das letzte mal. Den Folgetag hämmerten wir stur 400 km bis Lübeck und tauschten Motorrad gegen den Ford Transit. Noch ein netter Abend in Lübeck, paar Getränke und früh by by.
Die letzten Bilder und gut, Fahrt los - fahrt einfach los, so lange es die Knochen hergeben. Wir starten im sommer 2025 wieder hoch, wir könnten sofort ;-)
Mehr unter: www.reise-laster.de